Zu den Inhalten springen

Märkisches Brustzentrum

Behandlungspfad

Jede Frau reagiert alarmiert, wenn bei der Tastuntersuchung oder in der Mammografie etwas „Auffälliges“ gefunden wird – ein Knoten in der Brust oder eine Gewebeveränderung, die im Röntgenbild sichtbar wird. Doch zunächst besteht absolut kein Grund zur Panik. In den meisten Fällen kann nach einigen Zusatzuntersuchungen Entwarnung gegeben werden, weil die Veränderungen gutartig sind. 

Als Tumor bezeichnen Ärztinnen und Ärzte jeden Knoten unabhängig davon, ob seine Zellen gut- oder bösartig sind; „Tumor“ heißt somit nicht „Krebs“. Bei vielen Frauen bilden sich vor der Monatsblutung hormonell bedingte knotige Gewebsverdichtungen, die nach der nächsten Regel verschwinden. 
Aber auch Knoten, die sich nicht mit dem Zyklus verändern, sind sehr häufig gutartig. Sie können aus Fett-, Drüsen- oder Bindegewebszellen entstehen. Bei flüssigkeitsgefüllten Zysten wird per Ultraschalluntersuchung in der Regel festgestellt, dass die Veränderung gutartig ist. Auch die fibrozystische Mastopathie ist weit verbreitet. Dabei finden sich in der Brust mehrere Knoten und Zysten. Der Busen ist insgesamt stellenweise hart und knotig.

Viele Patientinnen und Patienten bekommen auch einen Schreck, wenn bei der Mammografie Mikrokalk festgestellt wird. Doch nur in 20 Prozent der Fälle weisen die Kalkeinlagerungen tatsächlich auf ein Karzinom hin. Die Anordnung und Größe der Kalkpartikel geben einem erfahrenen Radiologen Hinweise zur Güte der Veränderungen. Ähnliches gilt für das so genannte Carcinoma in situ: CIS bedeutet so viel wie: Karzinom „am Ort“. Es handelt sich um Vorstufen oder extrem frühe Formen von Krebs, die in den Milchgängen (Ductales Carcinoma in situ, DCIS) oder in den Drüsen liegen (Lobuläres Carcinoma in situ, LCIS).  Endgültige Klarheit bringt dann erst eine ambulante Biopsie mit örtlicher Betäubung. 24 Stunden später ist die Diagnose durch die Pathologen gesichert und es herrscht Gewissheit. Anschließend folgen intensive Aufklärungsgespräche, in denen Ärzte Diagnose und Therapien aufzeigen. Dabei gilt, dass der Brusterhalt Maßstab aller Überlegungen ist. Die Behandlung wird gemeinsam mit den Patienten und den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten entwickelt. Zudem werden die Patienten durch so genannte Breast Care Nurse begleitet. Die speziell ausgebildete Brustschwester nimmt sich der Patienten an und betreut sie während der gesamten Behandlungsdauer.

Bewahrheitet sich der Krebsverdacht, dann heißt es trotz aller Dramatik, die mit der Diagnose Brustkrebs einhergeht: Medizinisch gesehen ist dies kein Notfall. Nehmen Sie sich ein bis zwei Wochen Zeit, um Informationen über Behandlungswege, Ärzte und Kliniken zu sammeln. Es lohnt sich. Denn eine eigene, klare Entscheidung für einen bestimmten Weg der Behandlung trägt zum Heilungsprozess und zur Lebensqualität bei.